Analyse
Auch das noch, dachte man am Freitagmorgen, als die IKB über ihre Halbjahreszahlen informierte und in diesem Zuge auf einen „Betrugsfall“ hinwies, der das Geschäft von Januar bis Juni mit 24 Mio. Euro belastet habe. Was warfare passiert: Ende Februar brach in Großbritannien – hierzulande wurde der Fall kaum wahrgenommen – ein Hypothekenfinanzierer namens Market Monetary Options (MFS) zusammen. Keine große Sache. Aber auch keine ganz kleine. Dem Vernehmen nach hatte die IKB einer Gesellschaft aus dem MFS-Verbund vor Jahren schon eine Kreditlinie eingeräumt, was jetzt offenbar die entsprechende Abschreibung zur Folge hatte.
Nun weiß man, dass der Düsseldorfer Industriefinanzierer in den letzten Jahren eine gewisse Routine darin entwickelt hat, Belastungen aller Artwork über andere Bilanzpositionen zu absorbieren, und so wurde additionally auch der 24-Mio.-Euro-Einschlag mehr oder weniger elegant aufgefangen: 12 Mio. Euro kamen aus Derivategewinnen. Und weitere 12 Mio. Euro aus dem Fonds für allgemeine Bankrisiken (340g). Ein Drawback liegt nun allerdings darin, dass die einst intestine gefüllten 340g-Reserven (per Ende 2021 lagen noch 585 Mio. Euro in dem Fonds) nach diesem Manöver endgültig aufgebraucht sind.
Und das ist nicht das einzige Drawback.
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