Als die Spar- und Darlehnskasse Börde Lamstedt-Hechthausen und die Volksbank Fredenbeck-Oldendorf-Ahlerstedt (zwei Namen, die man sich nicht merken muss) neulich ankündigten, fusionieren zu wollen, da hielten die „Cuxhavener Nachrichten“ in vorauseilender Erleichterung fest: „Doch nicht etwa wegen finanzieller Schieflagen – das Gegenteil ist der Fall.“ Puh!!!, einmal tief durchatmen, dachten wir da. Schließlich arbeiteten wir zu diesem Zeitpunkt gerade an unserer mittlerweile veröffentlichten Recherche, wonach bei 65% aller im vergangenen Jahr vollzogenen Fusionen im Genosektor einer der beiden Associate zuvor in Probleme geraten struggle.
65%??? Ja, 65%!!! Das klingt dramatisch. Und in gewisser Weise ist es das auch! Allerdings, und an dieser Stelle wollen wir ein bisschen Luft aus unserer eigenen Recherche lassen: Vielleicht sind die 65% dann aber doch nicht ganz so dramatisch, wie sie klingen. Erstens, weil es sich nicht bei jedem dieser problembehafteten Institute gleich um einen Stützungsfall handelt (manche sind einfach über die Jahre ein bisschen schwachbrüstig geworden). Zweitens, weil die fusionierenden Primärgenossenschaften ja nur eine kleine Teilmenge aller Primärgenossenschaften darstellen. Und drittens, weil man die Sache natürlich auch anders rechnen kann: Ja, bei 17 von 26 Fusionen zeigte sich ein Drawback. Heißt aber auch, dass es bei 9 Fusionen (=19 Banken wegen einer Dreier-Fusion) kein Drawback gab. Und weil in den übrigen 17 Fällen ja nur jeweils eine der beteiligten Banken in Schwierigkeiten steckte, ging es den anderen 17 mindestens mal okay. Macht additionally „nur“ 17 Problemfälle unter insgesamt 47 fusionierenden Instituten. Ist dann doch „nur“ gleich 36%. Ähh, struggle das jetzt zu wohlmeinend gerechnet? Ach, egal!
Hier jedenfalls noch als bescheidene Ergänzung zu unserem großen Artikel von letzter Woche eine große tabellarische Übersicht, wie die Ertrags- bzw. Vermögenslage der 47 Genobanken von den Fusionsgutachtern im Element jeweils bewertet worden ist: