Es ist ein einziges Rätsel. Quick niemand da draußen will seine Commerzbank-Aktien verkauft haben (naja, niemand außer dem Bund, muss man sagen, denn mit dem fing ja alles an) – und trotzdem liegt jeder zweite Coba-Anteil jetzt in Italien, bei der Unicredit.
- „Nach den der Commerzbank aktuell vorliegenden Informationen konnte bislang keine einzige Angebotsannahme eines institutionellen Traders identifiziert werden, und die Summe sämtlicher Annahmen durch Privatanleger entspricht einem Aktienanteil von lediglich rund 0,05 %.“ (Commerzbank-Mitteilung vom 3. Juni 2026)
- „We verify that institutional and retail traders have solely contributed round 1% of the tendered shares.“ (Commerzbank-Stellungnahme gegenüber Reuters vom 13. Juni 2026)
- „Commerzbank responded to Wednesday’s information by saying lower than 2% of retail and institutional traders had tendered their shares.“ (Reuters-Artikel vom 8. Juli 2026)
Nun ist das Rätsel zum Teil natürlich doch gelöst. Schließlich glaubt man grob zu wissen, wie die Unicredit bei ihrem im Mai lancierten Übernahme-Angebot letzten Ende auf die spektakuläre Annahmequote von 17,6% kam. Ein beträchtlicher Teil der angedienten Aktien, so sieht es jedenfalls aus, stammte von Banken, die zugleich Derivate-Offers mit der Unicredit abgeschlossen hatten – und die sich die Aktien zuvor über Wertpapierleihen beschafft haben dürften. Ein Husarenstück (siehe schon Anfang Juni unser Stück –> Das Playbook der Unicredit – wir decodieren Orcels ausgefuchstes Derivate-Spiel).
Indes: Auch wenn es sich bei vielen der angedienten Aktien additionally um geliehene Aktien handelte, so wäre der Coup der Unicredit und ihrer begleitenden Investmentbanken trotzdem kaum möglich gewesen, hätte es da draußen nicht eine große Zahl von – bildlich gesprochen – vagabundierenden Aktien gegeben, die sich offenbar vergleichsweise leicht unter Kontrolle haben bringen lassen. Und was das angeht, fördert eine Datenrecherche von Finanz-Szene nun einen überaus erstaunlichen Befund zutage.