Darum stieg der chinesische Aktienmarkt
Während US-Aktien seit Jahresbeginn unter zunehmendem Gegenwind litten, zeigten sich die Aktienindizes Chinas besonders stark. In den Aktienfinder Index-Profilen stehen uns mit dem Cling Seng Index, dem Shanghai Inventory Change 50 und dem Shenzhen 100 Detaildaten zu drei der wichtigsten chinesischen Aktienindizes bereit.
Jeder der drei chinesischen Indizes hat seit Jahresbeginn den US-amerikanischen S&P 500 geschlagen. Doch der Cling Seng Index hebt sich mit einem Plus von 19 Prozent besonders deutlich von seinen chinesischen Friends ab. Dieser Index ist zugleich auch nach Marktkapitalisierung der größte der drei Indizes. Auf Sicht von zehn Jahren ist die Outperformance des US-Leitindex jedoch noch immer sehr deutlich. Aber bedeutet das, dass chinesische Aktien diesen Rückstand zwangsläufig aufholen werden?
Die Kursperformance allein lässt keine Rückschlüsse auf das künftige Aufholpotenzial zu. Die fundamentale Bewertung zeigt stattdessen schon ein klareres Bild. Denn auch bei Betrachtung des KGVs punkten die chinesischen Leitindizes mit einer relativ gesehen günstigen Bewertung. Alle drei chinesischen Indizes notieren deutlich unter ihrem zehnjährigen KGV-Mittelwert, während der US-amerikanische S&P 500 mit einem KGV von 26 noch 13 Prozent teurer ist als im Schnitt der letzten zehn Jahre.
Höhere Bewertungen lassen sich aber sowohl durch höhere Sicherheit als auch durch höheres Wachstum rechtfertigen. Einerseits haben Investoren in den letzten Jahren das politische Umfeld in den USA im Vergleich zu China als sicherer und verlässlicher wahrgenommen. Andererseits erzielten die Unternehmen in den chinesischen Indizes laut den Index-Profilen ein geringeres Fundamentalwachstum als jene im S&P 500. Sowohl Sicherheit als auch Wachstum haben additionally zu höheren Bewertungen in den USA im Vergleich zu China geführt.
Seit Trumps zweiter Amtszeit führt allerdings die von den Marktteilnehmern wahrgenommene Unsicherheit in den USA durch die aktuell nicht vorhersehbare Zollpolitik auch dort zu niedrigeren Bewertungen. Gleichzeitig könnten Investoren in China auf weiterhin fundamentales Wachstumspotenzial durch KI hoffen, wie wir in Kürze aufzeigen.
Die Prime-Performer im Cling Seng
Zunächst aber fokussieren wir uns noch auf den Cling Seng Index, der sich in diesem Jahr am besten entwickelt hat. Der Index kommt aktuell auf ein KGV von 16, gegenüber 18 im zehnjährigen Durchschnitt. Nur 17 der insgesamt über 80 Aktien im Index haben besser performt als der Gesamtindex. Demnach haben nur wenige Schwergewichte die Efficiency des Index maßgeblich positiv beeinflusst.
Die zehn größten Aktien nach Indexgewichtung machen bereits 52 Prozent des Cling Seng Index aus. Neun von ihnen haben sich in den letzten zwölf Monaten positiv entwickelt und acht davon sogar zweistellig mit Kursgewinnen zwischen 24 und 78 Prozent. Die Kurse bekannter Namen wie Tencent oder Alibaba haben sich zwischenzeitlich nahezu verdoppelt und trugen wegen ihres hohen Indexgewichts maßgeblich zur starken Efficiency des Cling Seng bei.
Sortiert nach den höchsten Kursgewinnen über ein Jahr führen Xiaomi, Semiconductor Manufacturing Worldwide und China Hongqiao Group die Liste an. Über zehn Jahre hat der Elektroauto-Hersteller BYD mit 912 Prozent die prozentual höchsten Kursgewinne im Cling Seng Index erzielt.
China auf der KI-Überholspur
Seit OpenAI’s Chat GPT Ende 2022 die Technologiewelt beeindruckte, schien das KI-Machtzentrum der Welt in den USA zu liegen. Doch 2025 betrat China mit dem Startup DeepSeek endgültig die KI-Weltbühne. Seitdem überschlagen sich einmal mehr die Entwicklungen und Meldungen rund um KI-Fortschritte. Neben dem KI-Chatbot DeepSeek soll der neue chinesische KI-Agent Manus bald ganze Aufgabenpakete übernehmen und ohne menschliche Eingriffe proaktiv erledigen können. Manus soll zum Beispiel eigenständig Web sites erstellen und on-line veröffentlichen, selbst durch einen virtuellen PC navigieren, Browsertabs öffnen und relevante Informationen zusammenstellen können. Damit könnte Manus einer der ersten KI-Agenten sein, der am PC wie ein Mensch agiert. Im Laufe des Jahres will Manus Teile seiner Modellstruktur der Öffentlichkeit zugänglich machen. Das wäre im Sinne des Fortschrittes und der Forschung erfreulich, könnte aber die Monetarisierung eigener KI-Agenten weltweit erschweren. Denn theoretisch könnten diese dann leichter nachgebaut werden. Auch der Tech-Riese Alibaba hat in den letzten beiden Wochen neue KI-Modelle vorgestellt, die zum Teil OpenAI und DeepSeek ebenbürtig oder sogar überlegen sein sollen.
So will China weiter wachsen
China ist die Volkswirtschaft mit dem größten Handelsbilanzüberschuss der Welt. Das bedeutet, China exportiert mehr als es importiert. Im Gegensatz dazu haben die USA ein Handelsbilanzdefizit, da sie mehr importieren als exportieren. Das ist auch ein Grund, warum Trump hohe Zölle erheben will. Die Zölle sollen ausländische Waren preislich unattraktiver machen und Produktion sowie Jobs in die USA verlagern. Für das exportabhängige China könnte dadurch ein wesentlicher Wirtschaftstreiber belastet werden. Deshalb möchte die chinesische Regierung insbesondere die Binnennachfrage ankurbeln, welche zuletzt eher von Zurückhaltung geprägt conflict. Symptomatisch dafür ist Chinas geringe Inflation der letzten Jahre, die im Februar sogar in Deflation umgeschwenkt ist. Die Regierung senkte deshalb auch das Inflationsziel. Um entgegenzuwirken ist China nun bereit, seine Staatsverschuldung nochmals deutlich auszuweiten und nimmt ein im historischen Vergleich hohes Haushaltsdefizit von vier Prozent in Kauf.
Wie sollten langfristige Investoren reagieren?
Zusammenfassend ist es auch für uns als langfristige Investoren interessant zu beobachten, wie sich die Machtverhältnisse und Geldströme in der Welt laufend verschieben. In den letzten Monaten haben sich große Teile der globalen Marktkapitalisierung aus den US-Aktienmärkten in den unterbewerteten chinesischen Aktienmarkt verlagert.
Mit einem langfristigen Anlagehorizont wollen wir aber nicht ständig den geopolitischen Rotationen hinterherlaufen und setzen stattdessen lieber auf einen globalen Combine aus Qualitätsaktien. Aus diesem Grund analysieren wir jetzt in gewohnter Aktienfinder-Manier drei geläufige chinesische Aktien und beurteilen, ob sie für ein diversifiziertes Portfolio infrage kommen!
Xiaomi Aktie – So viel Rendite ist möglich!
Der chinesische Technologieriese Xiaomi ist inzwischen auch hierzulande jedem ein Begriff. In nur einem Jahr hat sich der Börsenwert des Unternehmens zwischenzeitlich vervierfacht. Das hat aber nicht nur mit den weithin bekannten Smartphones zu tun, mit denen Xiaomi in Apple-Manier die Person durch seine hochprofitablen Companies monetarisieren kann.
So verdient Xiaomi sein Geld
Neben dem hart umkämpften Smartphone-Geschäft trägt vor allem ein neues Section zur großen Euphorie der Investoren bei, das in den letzten Jahren nicht wirklich präsent conflict. Denn Xiaomi verkauft seit 2024 auch Elektroautos – und das sehr erfolgreich und auf Anhieb profitabel. Im dritten Quartal 2024 trugen die Fahrzeugverkäufe bereits rund zehn Prozent zum Gesamtumsatz bei. Bei quick 40 Tausend ausgelieferten Fahrzeugen allein im dritten Quartal kommen wir auf einen umgerechneten Verkaufspreis von durchschnittlich 33.600 USD professional Auto, womit Xiaomi bereits eine Bruttomarge von 17 Prozent erzielt. Der attraktive Preis und das sportliche Design kommen intestine an. Und so möchte Xiaomi bereits im ersten Produktionsjahr die Marke von 130.000 ausgelieferten Fahrzeugen knacken.
Die Elektroauto-Story ist bei Xiaomi additionally sicherlich noch lange nicht auserzählt. Insgesamt durchdringt Xiaomi bereits zahlreiche Lebensbereiche seiner Kunden mittels Smartphones, allen möglichen Haushaltsgeräten von Klimaanlagen über Kühlschränke, Waschmaschinen bis hin zu Uhren, und neuerdings eben auch Autos. Das Unternehmen zählt weltweit über 860 Millionen vernetzte Geräte bei quick 690 Millionen monatlich aktiven Nutzern. Auf dem Smartphone-Markt hält sich Xiaomi weltweit stabil auf dem dritten Platz mit Marktanteilen zwischen zwölf und 14 Prozent je nach Quelle und Berechnung. Samsung und Apple sind die Marktführer. Apple hat sein Elektroauto-Projekt im letzten Jahr übrigens eingestellt.
Die Aktie im Qualitätscheck
Wegen des rasanten Elektroauto Ramp-Ups ist Xiaomis Umsatz im letzten Quartal um 31 Prozent zum Vorjahr gestiegen. Der chinesische Technologieführer ist seit sieben Jahren profitabel und erzielte dabei meist auch optimistic freie Cashflows. Die Haupteinnahmequellen von Xiaomi sind bislang Hardwareprodukte, mit denen das Unternehmen nur Bruttomargen von rund 20 Prozent erzielt. Unter dem Strich werden daher nur operative Margen im mittleren einstelligen Prozentbereich eingefahren. Mit zunehmenden Skaleneffekten durch die stark steigenden E-Auto-Volumina sowie die höheren Companies-Margen erwarten Analysten aber letztlich einen Anstieg der operativen Marge auf zehn Prozent bis zum Geschäftsjahr 2028. Die Bilanz von Xiaomi erscheint kerngesund mit einer niedrigen verzinsten Verschuldung, der ein quick viermal so hoher Money-Berg gegenübersteht.
So hoch ist das Renditepotenzial
Das Geschäftsmodell von Xiaomi als Kombination von Smartphones, Haushaltsgeräten, Elektroautos und Web-Companies ist weltweit einzigartig. Es gibt daher kein annähernd vergleichbares Unternehmen zu Xiaomi. Bei einem A number of-Vergleich mit Apple wäre das wachstumsstarke Fahrzeug-Section unberücksichtigt. Ein Vergleich mit BYD vernachlässigt die Smartphones und eine einfache Gegenüberstellung mit anderen chinesischen Unternehmen wie Alibaba missachtet die unterschiedlichen Geschäftsmodelle.
Daher halte ich es für am sinnvollsten, Xiaomi an sich selbst und seinen historischen Bewertungsdurchschnitten zu messen. Um unterschiedliche Bewertungsszenarien ins Kalkül zu ziehen, beziehe ich die fairen Werte des bilanzierten und bereinigten Gewinns sowie des Umsatzes und des operativen Cashflows auf Foundation der letzten acht Jahre unverändert ein. Wenn wir uns in der Mitte am fairen Wert des bereinigten Gewinns und an der durchschnittlichen Schätzung von nur zwei Analysten für Ende 2027 orientieren, könnte Xiaomi bei einem heutigen Kauf noch immer eine Rendite von 15,9 Prozent professional Jahr einbringen.
Im gleichen Szenario, aber nur bis Ende 2026, läge die Renditeerwartung bei unattraktiven 4,7 Prozent professional Jahr. Dabei können wir uns jedoch auf insgesamt 17 Analystenschätzungen stützen. Die Bandbreite der Prognosen ist allerdings enorm. Unterm Strich bedeutet das aus meiner Sicht eine zu hohe Unsicherheit, um aus heutiger Sicht überzeugt zuzugreifen. Dennoch halte ich Xiaomi für eines der aussichtsreichsten chinesischen Unternehmen und könnte mir im Falle einer Kurs-Korrektur einen Einstieg vorstellen.
Bereits am kommenden Dienstag, dem 18. März 2025, wird Xiaomi die Zahlen für das letzte Quartal und das Gesamtjahr 2024 vorlegen.
BYD – Goldenes Zeitalter chinesischer Autohersteller?
Die BYD Aktie bewegte sich fünf Jahre lang seitwärts, bevor sie im Februar ein neues Allzeithoch erreichte. Langfristig conflict die Aktie ein sehr lohnendes Funding. Ob wir der Aktie weiteres Kurspotenzial zutrauen, verraten wir jetzt.
So verdient BYD sein Geld
Der chinesische Hersteller von Hybrid- und Elektroautos BYD ist längst auch worldwide keine Randerscheinung mehr. Die Verteilung des Umsatzes nach Regionen im Aktienfinder zeigt, dass China zwar nach wie vor der Hauptabsatzmarkt von BYD ist. Das internationale Wachstum steht dem aber um nichts nach.
Erst vor einem Monat sorgte das Unternehmen mit der Ankündigung seines Fahrerassistenzsystems namens God’s Eye für Aufsehen. Mithilfe von KI, Cloud-Anbindung, zwölf Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren sollen die Fahrzeuge selbstständig und in Echtzeit auf ihre Umgebung reagieren. Was als Notbrems- oder Einparkassistent beginnen könnte, ist zugleich ein großer Schritt in Richtung autonomes Fahren, woran auch die Google-Tochter Waymo und Tesla arbeiten. Das God’s Eye Improve soll für bestimmte Fahrzeuge als kostenloses Improve angeboten werden. Derartige Aktionen zielen somit klar auf den Ausbau von Marktanteilen ab, während die Margen kurz- bis mittelfristig darunter leiden könnten.
Bei den Verkaufszahlen von Elektroautos hat BYD im Jahr 2024 mit über vier Millionen verkauften Fahrzeugen seinen weltweit größten Konkurrenten Tesla mit nur 1,8 Millionen Fahrzeugen längst hinter sich gelassen. Fairerweise sei gesagt, dass die Statistik bei BYD auch Hybridfahrzeuge inkludiert, während Tesla bei den reinen Elektroautos weiterhin führend ist. Allerdings schien sich die weltweite Stimmung kürzlich eher gegen Tesla zu wenden, nicht zuletzt wegen Elon Musks politischer Aktivitäten als Berater der Trump-Administration und einer Persönlichkeit, die nicht jedem Kunden oder Investor zusagt. Auch das könnte BYD in die Karten spielen. Laut der untenstehenden Statistik hat BYD einen Anteil von 33 Prozent an den weltweit abgesetzten Elektro- und Hybridfahrzeugen. Innerhalb Chinas liegt dieser Anteil sogar bei über 50 Prozent.
BYD Aktien gibt es in der A- und H-Variante. Die A-Klasse notiert in Renminbi Yuan und ist primär für chinesische Investoren geeignet, während die H-Aktie an der Hongkonger Börse in Hongkong-Greenback gelistet ist. Diese Aktien sind wiederum für internationale Investoren gedacht.
Die Aktie im Qualitätscheck
Der Expansionshunger von BYD braucht viel Money und so hat das Unternehmen erst in der vergangenen Woche umgerechnet quick 5,6 Milliarden USD an frischem Investorenkapital eingesammelt. Im Gegenzug gab BYD knapp 130 Millionen neue Aktien aus. Das entspricht einer Kapitalerhöhung um rund 4,5 Prozent. Die neuen Aktien wurden mit einem hohen einstelligen Low cost zum aktuellen Börsenwert ausgegeben, weshalb der Aktienkurs mit einem Rückgang in selber Höhe reagierte. Mit dem Geld wird BYD worldwide weiter expandieren und in Forschung und Entwicklung investieren.
Doch das ist nicht die erste beachtliche Kapitalerhöhung von BYD, wie die steigende Anzahl ausstehender Aktien rechts unten in der Grafik zeigt. Aktionäre mussten im Lauf der letzten zehn Jahre insgesamt rund 24 Prozent Verwässerung durch Kapitalerhöhungen hinnehmen. Angesichts des fundamentalen Wachstums und der Kursentwicklung fiel dies jedoch kaum ins Gewicht. Die Kapitalerhöhungen waren additionally intestine investiert.
Die Dividende ist aus heutiger Sicht kein Argument für ein Funding in BYD, da diese bisher sehr unbeständig conflict und bei den Expansionsbestrebungen keine Priorität haben dürfte. Aktuell liegt die Dividendenrendite bei lediglich 0,9 Prozent. Unten hyperlinks sehen wir wiederum eine stetig sinkende verzinste Verschuldung in der Bilanz. Und wegen der hohen freien Cashflows der letzten Jahre wurde inzwischen sogar eine Netto-Money-Place aufgebaut. Der starke Anstieg der zinsfreien Schulden umfasst im Wesentlichen Lieferantenverbindlichkeiten, die durch den Anstieg des betrieblichen Netto-Umlaufvermögens mit zunehmender Growth entstanden sind.
BYD meldet die Zahlen für das Gesamtjahr 2024 noch in diesem Monat am Dienstag, den 25. März 2025.
So hoch ist das Renditepotenzial
Auf internationaler Ebene ist Tesla der größte Konkurrent von BYD. In der Marktbewertung von Tesla steckt sicherlich viel Fantasie rund um Robotik und weitere Zukunftsthemen. Die Tesla-Bullen bewerten das Unternehmen nicht nur als reinen Autobauer, sondern auch als Technologie-, Software program- und revolutionary Energie-Plattform. Dennoch haben wir die bereinigten KGVs der beiden Unternehmen unten gegenübergestellt. BYD ist mit einem bereinigten KGV von 24 signifikant günstiger bewertet als Tesla mit einem KGV von immer noch 103, trotz der schlechten Efficiency im laufenden Jahr 2025.
Der Gewinn und der Cashflow von BYD haben im Aktienfinder Stabilitätskennzahlen von unter 0,8 von maximal 1,0 Punkten und weisen für die kommenden Geschäftsjahre eine enorme Bandbreite an Analystenschätzungen auf. Der Einfachheit halber stütze ich mich daher ausnahmsweise auf den stabileren Umsatz als Bewertungskennzahl und lege den zehnjährigen KUV-Durchschnitt von 1,3 zugrunde. Stützen wir uns auf die pessimistischste Umsatzschätzung bis 2026, so ergibt sich bis Ende 2026 ein weiteres Renditepotenzial von 12,7 Prozent professional Jahr.
Für mich persönlich sind die geringen Nettomargen von nur rund fünf Prozent ein Grund, trotzdem nicht bei BYD einzusteigen. Die Ursache dafür liegt aber eher in der Branche als am Unternehmen selbst.
Alibaba – Das chinesische Pendant zu Amazon?
Abschließend werfen wir einen Blick auf Alibaba, nach Tencent das zweitwertvollste börsennotierte Unternehmen Chinas. Die Aktie conflict lange Zeit kein gutes Funding, hat aber in diesem jungen Jahr um mehr als 60 Prozent zugelegt. Ist das erst der Anfang einer Trendwende?
So verdient Alibaba sein Geld
Alibaba wird oft als das Amazon Chinas bezeichnet und tatsächlich gibt es zwischen den Geschäftsmodellen der beiden Unternehmen erstaunliche Überschneidungen. Sowohl Alibaba als auch Amazon erzielen den Großteil ihres Umsatzes als Handelsplattformen. Alle Segmente, die ihr Geld mit Handel (Commerce) verdienen, haben wir im Folgenden für einen direkten Vergleich rot umrandet. Besonders wachstumsstark ist bei Amazon das Section Cloud, in dem Alibaba ebenfalls aktiv ist. Diese Segmente haben wir bei beiden gelb gekennzeichnet. Mit Cloud Intelligence bei Alibaba und Amazon Net Companies (AWS) bei Amazon gibt es additionally eine weitere signifikante Überschneidung der beiden Geschäftsmodelle.
Die Ähnlichkeit der Geschäftsmodelle geht aber noch weiter. Wie Amazon in den USA gilt Alibaba in China als KI-Powerhouse. Die Meldungen dazu überschlugen sich in den letzten Tagen. Sie reichen von der Ankündigung des Modells R1-Omni, das menschliche Emotionen durch Ton und Bild interpretieren können soll, über eine Zusammenarbeit mit Manus AI, auf die wir in der Einleitung bereits eingegangen sind, bis hin zu einem ebenfalls schon erwähnten neuen KI-Modell, welches DeepSeek und OpenAI das Wasser reichen soll. Alibaba plant über einen Zeitraum von drei Jahren 52 Milliarden US-Greenback in sein Cloud- und KI-Section zu investieren. Bereinigt um den geringeren Buchwert von Alibaba gegenüber US-Huge-Tech-Unternehmen kann sich dieses Volumen durchaus mit US-Hyperscalern wie Microsoft messen.
Als europäischer Investor können wir über ein American Depositary Receipt (ADR) an der Wertentwicklung von Alibaba partizipieren. Die Kurse der Primärlistung in China und der ADR-Variante laufen nahezu parallel.
Die Aktie im Qualitätscheck
Mit Blick auf den Aktienfinder Qualitätscheck ergibt sich für Alibaba ein Bild mit größeren Abweichungen zwischen den zentralen Erfolgskennzahlen wie Gewinn oder Cashflow. Vor allem im Prognosezeitraum fallen zwar deutlich steigende Gewinne und operative Cashflows auf, gleichzeitig wird aber ein deutlicher Einbruch des freien Cashflows erwartet. Das Phänomen der hohen KI-Investitionen als Belastung für den freien Cashflow ist damit bei Alibaba noch stärker ausgeprägt als bei den US-Mitstreitern. Auch diese nehmen aktuell zugunsten von KI-Investitionen geringere freie Cashflows in Kauf.
Die operativen Margen von Alibaba befinden sich seit ihrem Tiefpunkt bei elf Prozent im Geschäftsjahr 2022 wieder in einem moderaten Aufwärtstrend und dürften im Prognosezeitraum bis 2028 wieder rund 17 Prozent erreichen. Die Bilanz gibt mit einer hohen Nettoliquidität kaum Anlass zur Kritik und seit 2021 hat das Unternehmen die Zahl seiner ausstehenden Aktien um 13 Prozent reduziert.
So hoch ist das Renditepotenzial
Im Bewertungsduell der großen Handelsplattform- und Cloud-Hybride kommt Alibaba derzeit auf ein bereinigtes KGV von 16, während jenes von Amazon bei 25 liegt. Damit liegen beide deutlich unter ihrem zehnjährigen Durchschnitt.
Wenn wir den Durchschnitt von 24 als fairen Wert für Alibaba zugrunde legen und uns dabei auf die pessimistischste der 33 Analystenschätzungen stützen, dann ist mit der Alibaba Aktie trotz des starken Kursanstiegs noch immer eine jährliche Rendite von 20,6 Prozent bis März 2027 möglich. In dieser Hinsicht erscheint Alibaba auch jetzt noch attraktiv für einen Einstieg. Möglicherweise werden Investoren aber verstärkt den kurzfristig unter Druck stehenden freien Cashflow durch KI-Investitionen stärker in den Blick nehmen. Das würde wiederum auf der Bewertung lasten. Florian wird Alibaba weiter beobachten und erwägt einen vorsichtigen Einstieg, auch wenn eine zwischenzeitliche Kursdelle keine Überraschung wäre.