Es ist das alljährliche Familientreffen der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Wenn heute und morgen in Berlin der BVR-Verbandstag steigt (parallel findet in der Hauptstadt übrigens die Non-public-Fairness-Konferenz „Tremendous Return“ statt, einfache Hotelzimmer wurden zuletzt für >600 Euro die Nacht gehandelt), dann finden sich die Volksbank-Vorstände aus der Provinz ebenso ein wie die Verbandsfunktionäre aus den Regionen, die Spitzenmanager der DZ Financial institution ebenso wie die der Union Funding oder jene der Atruvia. Mehr als 1.000 Genossinnen und Genossen werden insgesamt erwartet, ein Competition in Blau und Orange, wenn man so will (wiewohl die politische Prominenz in diesem Jahr durch Abwesenheit glänzt, nachdem letztes Jahr noch Kanzler und Finanzminister da waren).
Die großen Themen diesmal? Nun, vor allem soll es um die geplante Reform der Institutssicherung gehen, ein Projekt, von dem man anfangs dachte, dass es in der Fläche auf erheblichen Widerstand stoßen würde (schließlich mehrt es den Einfluss der Verbundinstitutionen auf Kosten der Primärebene). Falls es diesen Widerstand allerdings jemals gegeben haben sollte, dann ist er längst verpufft.
Weil, erstens: Spätestens die Vorfälle bei der Brawo dürften auch dem letzten klargemacht haben, dass der Sektor ein „Ethical Hazard“-Drawback hat. Und, zweitens: Nach den teils sündteuren Bailouts der letzten Jahre (Schmalkalden, Hochtaunus, Dortmund-Nordwest and many others. pp.) spürt die Primärebene mittlerweile, welche Kosten der Unterhalt des genossenschaftlichen Solidarprinzips inzwischen mit sich bringt. So zeigen Recherchen von Finanz-Szene, dass die Beiträge für die BVR-Sicherung zuletzt geradezu explodiert sind – während hinter den Kulissen schon die nächste Erhöhung angestoßen werden soll.