Kaum etwas bewegt Aktienkurse so zuverlässig wie frische Quartalszahlen. Genau dort setzt dieses Format an, denn wir schauen uns die Kursausschläge interessanter Aktien direkt im Anschluss an die Earnings an. Wir sagen dir, was passiert ist, ordnen die Zahlen ein und bestimmen mit Hilfe des fairen Werts clear und im Aktienfinder nachvollziehbar das Renditepotential der Aktie. In dieser Ausgabe sind es acht Aktien, die in Kalenderwoche 32 ihre Zahlen vorgelegt haben und die wir für dich nun einschätzen.
An der Börse ging es in dieser Woche um die Frage, wer mit künstlicher Intelligenz bereits verdient und wer noch bezahlt. Palantir eröffnete am Montagabend mit 93 Prozent Umsatzwachstum und der nach eigenen Angaben größten Prognoseanhebung der Firmengeschichte und zog daraufhin den gesamten Tech-Sektor mit nach oben. Superior Micro Units, kurz AMD, legte allein am Dienstag um sieben Prozent zu, bevor das Unternehmen überhaupt selbst berichtet hatte. Danach kippte aber die Stimmung. AMD übertraf Umsatz, Gewinn und Prognose und verlor trotzdem 8,5 Prozent, weil die Bruttomarge im Ausblick nicht angehoben wurde. SpaceX übertraf die Umsatzerwartung um eine Milliarde USD und verlor 12,6 Prozent, weil die Investitionen im Quartal auf über 18 Milliarden USD sprangen. Für Anleger steckt darin eine wichtige Erkenntnis, denn die Börse fragt nun bei KI-Unternehmen, ob das investierte Geld schon zurückfließt.
Die analysierten Aktien auf einen Blick
Hier alle acht analysierten Aktien dieser Ausgabe auf einen Blick inklusive Kursreaktion, dem ermittelten Renditepotential Stand heute sowie unserem Urteil, ob die jeweilige Aktie als langfristiges Funding kaufenswert ist.
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| Isin | Aktie | Land | Kursreaktion | Renditepotential | Einschätzung |
|---|---|---|---|---|---|
| US88339J1051 | The Commerce Desk | -24,6 % | 0,6 % p.a. bis Ende 2028 | Verkaufen | |
| US84615Q1031 | SpaceX | -12,6 % | ? | ? | |
| US0079031078 | Superior Micro Units | -8,5 % | 21,9 % p.a. bis Ende 2029 | Kaufen | |
| DK0062498333 | Novo Nordisk | -5,9 % | ? | ? | |
| DE0005552004 | DHL Group | -4,1 % | ? | ? | |
| DE0005557508 | Deutsche Telekom | +6,1 % | ? | ? | |
| CA82509L1076 | Shopify | +18,6 % | ? | ? | |
| US69608A1088 | Palantir | +29,6 % | 24,7 % p.a. bis Ende 2028 | Halten |
Die Incomes-Highlights dieser Ausgabe, sortiert nach Kursreaktion seit Vorlage der Zahlen (Stand 7. August 2026, Kurse vom Freitagmorgen).
The Commerce Desk – Drei Prozent Wachstum sind zu wenig
The Commerce Desk legte am Donnerstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal vor. Der Umsatz kam auf 715 Millionen USD und verfehlte die erwarteten 752,61 Millionen USD. Gegenüber dem Vorjahresquartal blieben nur noch drei Prozent Wachstum übrig, nachdem der Umsatz in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt um 23,9 Prozent professional Jahr gestiegen battle. Beim bereinigten Gewinn professional Aktie übertraf das Unternehmen mit 0,34 USD zwar die erwarteten 0,18 USD deutlich, operativ trägt dieser Sprung aber nicht. Denn das bereinigte EBITDA, additionally das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, lag mit 241,3 Millionen USD unter den erwarteten 262 Millionen USD. Schwerer wog der Ausblick. Für das dritte Quartal stellt The Commerce Desk 650 Millionen USD Umsatz in Aussicht, während der Markt mit 804 Millionen USD gerechnet hatte. Das wäre gegenüber dem Vorjahresquartal ein Umsatzrückgang von zwölf Prozent. Beim bereinigten EBITDA sollen im dritten Quartal nur noch rund 160 Millionen USD übrig bleiben nach 241,3 Millionen USD im abgelaufenen Quartal.
Als Reaktion brach der Aktienkurs um 24,6 Prozent ein, nachdem er nachbörslich zunächst 21,5 Prozent verloren hatte. Der Hauptgrund battle definitiv der Ausblick, denn ein schrumpfender Umsatz stellt die Wachstumsgeschichte des Unternehmens grundsätzlich infrage. Für weitere Unsicherheit sorgte außerdem der neben den Quartalszahlen angekündigte Austausch des Finanzvorstands, des Marketingvorstands und des Vertriebschefs. Neuer Finanzvorstand ist seit dem 9. Juli Nate Olmstead, zuvor in gleicher Funktion bei Penguin Options und Logitech. Ein derart breiter Umbau der Führungsmannschaft parallel zu einer gesenkten Prognose wird an der Börse als Eingeständnis gelesen, dass die Schwäche nicht allein am Werbemarkt liegt, sondern auch an der eigenen Umsetzung. Firmenchef Jeff Inexperienced räumte ein, dass das Quartal nicht dem eigenen Anspruch genügt habe. Zum Zeitpunkt dieser Analyse am Freitagmorgen notiert der Aktienkurs bei 13,39 USD.
The Commerce Desk betreibt eine Demand Facet Platform, kurz DSP. Das ist die Software program, mit der Werbetreibende und Agenturen Werbeplätze im Web automatisiert einkaufen. Öffnest du eine Nachrichtenseite, wird der freie Werbeplatz binnen Millisekunden versteigert, und die Plattform entscheidet für ihre Kunden, ob und wie viel geboten wird. The Commerce Desk verdient an einer Gebühr auf das vermittelte Werbebudget und gilt als der größte unabhängige Anbieter in diesem Markt, weil das Unternehmen weder eigene Medien besitzt noch eigene Werbeplätze verkauft. Genau diese Neutralität battle jahrelang das Verkaufsargument gegenüber Google und Amazon. Inzwischen greift Amazon mit einer eigenen DSP an und drückt auf die Preise. Die Kundenbindungsrate liegt weiterhin über 95 Prozent, und drei Viertel der Kunden arbeiten bereits auf der neuen Plattform „Kokai”, die Gebote stärker von KI-Modellen statt von manuell gesetzten Regeln steuern lässt.
Der Qualitätscheck steht im Gegensatz zur Kursentwicklung. Die Gewinnstabilität liegt bei hohen 0,98 von maximal 1,00, die Umsatzstabilität bei 0,97. Der Gewinn professional Aktie stieg in den vergangenen zehn Jahren um 37,2 Prozent professional Jahr und in den vergangenen fünf Jahren um 15,2 Prozent. Für das kommende Geschäftsjahr soll davon jedoch nur noch ein Gewinnwachstum von 1,3 Prozent übrig bleiben. Eine Dividende zahlt The Commerce Desk nicht, die Schuldenquote liegt bei niedrigen 7,4 Prozent.
Bei der Bewertung stützen wir uns auf den bereinigten Gewinn und senken das faire KGV auf sieben und damit sogar unter das aktuelle KGV von 7,7. Wir zweifeln die Wachstumsprognosen der Analysten an, weil sowohl das abgelaufene Quartal als auch der Ausblick auf ein schrumpfendes Geschäft deuten. Wächst der Gewinn wie erwartet, winken bis Ende 2028 nur rund 1,5 Prozent Rendite, beziehungsweise 0,6 Prozent professional Jahr. Damit bezahlt die Aktie das Risiko nicht, das in einem Geschäft steckt, dessen Umsatz im laufenden Quartal schrumpfen soll und dessen Führungsmannschaft gerade zu großen Teilen ausgetauscht wurde. Unsere Einschätzung: Verkaufen.
Superior Micro Units – Die Marge bleibt stehen
Superior Micro Units berichtete am Dienstag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden USD und übertraf damit die erwarteten 11,25 Milliarden USD. Auch der bereinigte Gewinn professional Aktie lag mit 1,66 USD über den erwarteten 1,60 USD. Getragen wurde das Quartal vom wachstumsstarken Rechenzentrumsgeschäft, das mit 6,7 Milliarden USD um 107 Prozent zulegte und inzwischen 58 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht. Das Phase „Shopper” mit Prozessoren für Notebooks und Desktoprechner wuchs um 23 Prozent auf 3,1 Milliarden USD, „Embedded” um 19 Prozent auf 977 Millionen USD. Nur „Gaming” fiel um 31 Prozent auf 779 Millionen USD, weil weniger Spezialchips für Spielkonsolen nachgefragt waren. Für das dritte Quartal stellt das Unternehmen 12,7 bis 13,3 Milliarden USD Umsatz in Aussicht und liegt damit über dem Konsens von 12,5 Milliarden USD.
Der Aktienkurs fiel dennoch um 8,5 Prozent, nachbörslich waren es zunächst acht Prozent. Der Hauptgrund waren die hohen Erwartungen hinsichtlich der Bruttomarge, die im Ausblick für das dritte Quartal bei „nur” rund 56 Prozent verharrt. Superior Micro Units verspricht additionally kräftiges Umsatzwachstum, ohne dass davon anteilig mehr im Unternehmen hängen bleibt. Finanzvorständin Jean Hu nannte auch den Grund, denn die KI-Beschleuniger der Reihe „Intuition” und die darauf aufbauenden Rack-Systeme „Helios” erzielen eine Marge leicht unterhalb des Unternehmensdurchschnitts, und der Wechsel auf die kommende Era kann die Marge sogar vorübergehend zusätzlich belasten. Kritisch gesehen wurde außerdem, dass das Unternehmen nicht aufschlüsselte, wie viel Wachstum im Phase „Information Middle” auf margenstarke Serverprozessoren der Reihe „EPYC” und wie viel auf die weniger profitablen Beschleuniger entfiel. Hinzu kam die überaus constructive Ausgangslage, denn der Aktienkurs battle vor den Zahlen bereits rund 140 Prozent im Jahr gestiegen. Zum Zeitpunkt dieser Analyse am Freitagmorgen notiert der Aktienkurs bei 493,61 USD.
Superior Micro Units entwickelt Prozessoren und lässt sie fertigen, statt eigene Fabriken zu betreiben. Im Rechenzentrum stehen die Serverprozessoren „EPYC” gegen Intel und die KI-Beschleuniger „Intuition” gegen Nvidia. Bei Notebooks und Desktoprechnern liefert „Shopper” die Prozessoren der Marke Ryzen, „Gaming” versorgt die Spielkonsolen von Sony und Microsoft mit Spezialchips, und „Embedded” bedient Industrie, Fahrzeuge und Netzwerktechnik mit langlebigen Bausteinen. Der Reiz der Aktie liegt darin, dass Superior Micro Units als relevantester Herausforderer von Nvidia bei KI-Beschleunigern gilt. Für die im Laufe des Jahres startende Reihe „MI400″ stellt das Unternehmen 7,2 Milliarden USD Umsatz im ersten Jahr in Aussicht.
Der Qualitätscheck zeigt ein Unternehmen mit hoher Dynamik und mäßiger Verlässlichkeit. Der Gewinn professional Aktie stieg in den vergangenen zehn Jahren um 48,6 Prozent professional Jahr, in den vergangenen fünf Jahren aber nur um 17,5 Prozent. Die Gewinnstabilität liegt bei 0,75 von maximal 1,00, die Cashflow-Stabilität bei niedrigen 0,59. Eine Dividende zahlt Superior Micro Units nicht, die Schuldenquote liegt bei sehr niedrigen 5,1 Prozent.
Bei der Bewertung stützen wir uns auf den bereinigten Gewinn und senken das faire KGV vom Schnitt von 47,5 auf 40, weil das Wachstum stark an den margenschwächeren KI-Beschleunigern hängt. Gemessen daran ist die Aktie mit einem aktuellen KGV von 86,2 teuer. Wächst der Gewinn wie erwartet, winken bis Ende 2029 trotzdem rund 96 Prozent Rendite, beziehungsweise 21,9 Prozent professional Jahr. Das Halbleitergeschäft ist zyklisch, was sich in einer Gewinnstabilität von 0,75 und einer Cashflow-Stabilität von 0,59 zeigt. Weil das faire KGV bereits deutlich unter dem Schnitt liegt und das Wachstum über Rechenzentrum, Shopper und Embedded breit getragen wird, halten wir das Potenzial dennoch für realistisch. Unsere Einschätzung: Kaufen.
Palantir – Die Prognose steigt
Palantir berichtete bereits am Montag nach US-Börsenschluss die Zahlen zum zweiten Quartal. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um 93 Prozent auf 1,94 Milliarden USD und übertraf die erwarteten 1,81 Milliarden USD. Der Nettogewinn erreichte 1,06 Milliarden USD, was 0,41 USD Gewinn professional Aktie nach erwarteten 0,35 USD entspricht. Getragen wurde das Quartal vom starken US-Geschäft, das um 115 Prozent auf 1,57 Milliarden USD zulegte. Darin wuchs das Geschäft mit US-Unternehmen um 149 Prozent auf 764 Millionen USD und das mit US-Behörden um 90 Prozent auf 809 Millionen USD. Entsprechend deutlich fiel die Prognoseanhebung aus. Für 2026 erwartet Palantir nun etwa 8,15 Milliarden USD Umsatz nach zuvor 7,65 bis 7,66 Milliarden USD, was einem Plus von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Für das Geschäft mit US-Unternehmen stellt das Unternehmen mehr als 3,42 Milliarden USD in Aussicht nach zuvor 3,22 Milliarden USD.
Als Reaktion stieg der Aktienkurs um 29,6 Prozent, nachbörslich hatte das Plus zunächst bei rund 15 Prozent gelegen. Der Hauptgrund battle die Größenordnung der Prognoseanhebung, die nach Unternehmensangaben die höchste seiner Geschichte ist. Honoriert wurde außerdem, dass das Wachstum breit getragen ist und nicht allein an Behördenaufträgen hängt. Firmenchef Alex Karp nannte das Quartal überirdisch und erklärte, die Nachfrage nach KI-Souveränität sei nun entfesselt, womit er den Wunsch von Staaten und Unternehmen meint, KI-Systeme unter eigener Kontrolle und im eigenen Rechenzentrum zu betreiben. Er rechnet mit anhaltend hohem Wachstum für mindestens weitere 18 Monate. Leerverkäufer verloren an diesem Tag rund drei Milliarden USD. Zum Zeitpunkt dieser Analyse am Freitagmorgen notiert der Aktienkurs bei 156,83 USD.
Palantir baut Software program, die verstreute Daten eines Unternehmens oder einer Behörde zusammenführt und daraus Entscheidungen ableitet. Die Plattform „Foundry” bietet diesen Service für Unternehmen, etwa wenn ein Hersteller Bestellungen, Lagerbestände und Lieferantendaten in ein gemeinsames Modell bringt, um Engpässe früh zu erkennen. „Gotham” bedient Behörden und Streitkräfte, „Apollo” verteilt die Software program auch in abgeschottete IT-Umgebungen ohne Internetverbindung. Das jüngste Wachstum stammt von der „Synthetic Intelligence Platform”, die Sprachmodelle an diese Datenmodelle koppelt. Der Wettbewerbsvorteil liegt in der Nähe zu sicherheitskritischen Kunden, denn wer einmal von der Regierung Freigaben für Verteidigungs- und Geheimdienstprojekte erhält, wird selten ersetzt.
Der Qualitätscheck zeigt ein junges, aber stetiges Wachstumsprofil. Die Gewinnstabilität liegt bei hohen 0,87 von maximal 1,00, die Umsatzstabilität bei 0,93. Der Gewinn professional Aktie stieg in den vergangenen fünf Jahren um 63,9 Prozent professional Jahr, für das kommende Geschäftsjahr werden 111,5 Prozent erwartet. Eine Dividende zahlt das Unternehmen nicht, die Schuldenquote liegt bei sehr niedrigen 1,8 Prozent.
Bei der Bewertung stützen wir uns auf den bereinigten Gewinn und senken das faire KGV vom Schnitt von 110 auf 80. Das bleibt ein sehr hohes KGV, das nur ein dauerhaft sehr hohes Wachstum rechtfertigt. Gemessen daran ist die Aktie mit einem aktuellen KGV von 132,1 teuer. Wächst der Gewinn wie erwartet, winken bis Ende 2028 rund 70 Prozent Rendite, beziehungsweise 24,7 Prozent professional Jahr. Das Umsatzplus von 93 Prozent im abgelaufenen Quartal und die auf 82 Prozent angehobene Jahresprognose stützen diese Annahme. Bricht das Wachstum, fällt das A number of und mit ihm der Aktienkurs. Unsere Einschätzung: Halten.
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