Man muss der niederländischen Sprache nicht allzu mächtig sein, um zu ahnen, was mit „Plaats genomen“ gemeint ist. Zumal, wenn dazu passend acht kurze Movies zu sehen sind, in denen der jeweilige Protagonist genau das tut – nämlich Platz nehmen, und zwar auf einem edel wirkenden Kunststoff-Stuhl, bei dem es sich (wir haben seriöserweise mal einen Screenshot durch die KI laufen lassen) um den Eames Plastic Aspect Chair mit Eiffel-Untergestell handeln könnte oder zumindest um ein artverwandtes Modell, wobei die Sitzschale, und das verstärkt natürlich den vornehmen Eindruck, in einem gedämpften Salbeigrün gehalten zu sein scheint (die KI übrigens spricht, was wieder mal geil ist, nicht von „gedämpft“, sondern von „entsättigt“ …).
Aber erzählen wir die Geschichte doch lieber von vorn.
Schon seit 2004 gehörte die alt-ehrwürdige Frankfurter Privatbank Bethmann zur niederländischen ABN Amro, welche im vergangenen Jahr dann auch noch Hauck Aufhäuser Lampe übernahm, additionally eine weitere, quick genauso ehrwürdige Frankfurter Privatbank, um aus alldem dann eine neue Frankfurter Privatbank namens Bethmann HAL zu formen. In das zusammengeschusterte achtköpfige Führungsteam der neuen Entität schafften es dabei auch drei frühere Hauck-Supervisor bzw. Managerinnen*, nämlich Madeleine Sander, Anja Schlick und Oliver Plaack, was bedeutete, dass auch sie Platz nehmen durften auf dem salbeigrünen Stuhl mit Eiffel-Untergestell. Denn: „Plaats genomen“ warfare der Titel einer von der PR-Abteilung orchestrierten Interview-Reihe, mit der das neue Führungsteam der Öffentlichkeit und natürlich auch den eigenen Leuten nähergebracht werden sollte.
Das alles, jedenfalls, hatte sich Ende Mai zugetragen (da zumindest wurden die Interviews veröffentlicht), und umso mehr verwunderte, dass im August (additionally grob gerechnet nur einen Sommerurlaub später) bereits der erste der acht Supervisor wieder aufstand von seinem salbeigrünen Stuhl, um rüberzumachen zur Konkurrenz. Doch nicht nur der Wechsel als solcher sorgte intern wie extern für Erstaunen. Sondern auch die Umstände. Zumal laut gesicherten Informationen von Finanz-Szene inzwischen weitere namhafte Bethmann-HAL-Leute vor dem Absprung stehen und auf den Fluren der Financial institution inzwischen sogar über die Frage aller Fragen getuschelt wird:
Was wird aus dem obersten Chef?