Mi.. Juli 22nd, 2026

Gerade mal ein Jahr ist es her, da schien Thorsten Rathje, der Vorstandssprecher der Hamburger Volksbank, on high of his sport. Die hanseatischen Genossen (die mit einer Bilanzsumme von gerade mal 4 Mrd. Euro immer so ein bisschen im Schatten der Haspa stehen) hatten gerade den höchsten Gewinn ihrer Geschichte eingefahren – und ließen das auch alle wissen: „Das Betriebsergebnis vor Bewertung konnte herausragend von 19,9 Mio. Euro auf 37,6 Mio. Euro gesteigert werden (+88,9%)“, jubelte das Institut in der entsprechenden Pressemitteilung. „Wir haben zur richtigen Zeit die Zinssituation genutzt und uns mit einer nachhaltig starken Ertragsbasis zukunftssicher aufgestellt“, gab Rathje zu Protokoll.

Ein Jahr lässt sich feststellen: Ja, die Hamburger Volksbank scheint die Zinswende tatsächlich längerfristig monetarisieren zu können. So lag das Betriebsergebnis vor Bewertung mit knapp 34 Mio. Euro auch 2025 wieder deutlich über dem früheren Niveau (nach Bewertung passt mit rund 29 Mio. Euro übrigens auch alles). Und für das laufende Geschäftsjahr gehen die Hanseaten auf Foundation eines nochmals deutlich ausgebauten Zinsüberschusses sogar davon aus, dass der Gewinn wieder zulegen wird. Die Sache hat allerdings einen ziemlichen Haken. Denn die neue Ertragsstärke geht mit einer dramatischen Schrumpfung des Kapitalpuffers einher. Noch quick 600 Basispunkte lagen Ende 2022 zwischen der Gesamtkapitalquote und der regulatorischen Mindestanforderung. Inzwischen ist es nur noch ein Sechstel (!) davon.

Wie konnte das passieren? Eine Rekonstruktion:

Von admin