Do.. März 19th, 2026

Analyse

Die Eilmeldungen waren rasch geschrieben heute Früh. Und in der Tat ist es ein veritabler Paukenschlag, dass die Unicredit um kurz vor 8 Uhr ein freiwilliges Übernahmeangebot für die Commerzbank vorgelegt hat.

Indes – in Wirklichkeit dürfte es sich bei dem Vorgang um einen taktischen Zwischenschritt in dem Übernahmepoker handeln, nicht um den finalen Schlag.

Eine flotte Advert-hoc-Analyse:

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1.) Was ist heute Morgen passiert?

Die Unicredit geht einen fraglos bedeutenden Schritt zur Übernahme der Commerzbank, indem sie heute Morgen ein freiwilliges Übernahmeangebot an alle freien Aktionäre des Frankfurter Instituts angekündigt hat. Die Offerte belaufe voraussichtlich auf 30,80 Euro je Commerzbank-Aktie und solle vollständig mit neu ausgegebenen Aktien der Unicredit bezahlt werden. Die vierwöchige Angebotsfrist soll Anfang Mai beginnen.

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2.) Warum ist das nicht der finale Schlag?

Die Unicredit erklärte selbst, dass sie nicht die Erwartung habe, mit dem Angebot die Kontrolle über die Commerzbank zu erlangen. Diese Zurückhaltung dürfte damit zusammenhängen, dass der voraussichtlich gebotene Preis 1.) den börsenrechtlich vorgeschriebenen Minimalpreis darstellt, dass er 2.) keine Barkomponente enthält – und dass er 3.) auch nur leicht über dem Schlusskurs der Commerzbank von Freitag (29,59 Euro) liegt. Die Prämie beläuft sich auf überschaubare 4%. Das ist kein Anreiz, das Angebot anzunehmen.

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3.) Was bezweckt die Unicredit mit diesem Schritt?

Das Kalkül der Unicredit ist es offenbar, zu einem möglichst günstigen Preis die rechtlich bedeutende 30%-Schwelle zu überschreiten – und dadurch den Druck auf die Commerzbank zu erhöhen, mit ihr in Fusionsgespräche einzutreten. Man wolle „Offenheit für den Dialog“ signalisieren sowie „die Bereitschaft, Brücken mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu bauen“, heißt es.

Hintergrund: Über Aktien und Instrumente hält die Unicredit bereits unmittelbar unter 30% der Commerzbank-Anteile. Überschreitet sie die Marke, müsste sie allen Aktionären ein Pflichtübernahmeangebot unterbreiten. Dieses Angebot unterbreitet sie stattdessen nun freiwillig.

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4.) Wie geht es jetzt weiter?

Selbst wenn die Unicredit nur einige wenige Commerzbank-Aktien angedient bekäme, würde es den Italienern in einem nächsten Schritt genügen, weitere rund 20% für eine Mehrheitsübernahme aufzukaufen – und das dann, ohne ein weiteres breites Angebot an alle Aktionäre unterbreiten zu müssen.

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5.) Was battle die Börsenreaktion heute Morgen?

Die Commerzbank-Aktie sprang vorbörslich auf einen Kurs von 31,05 Euro – mithin additionally leicht über den indikativen Übernahmepreis in Unicredit-Aktien.

Von admin