Dafür, dass die vier großen Landesbanken bei aller Differenzierung ja doch recht artverwandte Geschäftsmodelle verfolgen, ist erstaunlich, welch unterschiedliche Ertrags-Charakteristika sie über die Jahre entwickelt haben. Und was noch mehr erstaunt: Aktuell scheinen sich die Unterschiede sogar zu vertiefen! Da ist die BayernLB, die immer noch und noch abhängiger von der DKB zu werden droht. Da ist die NordLB, die ihr Geschäft inzwischen derart pusht, dass man sich schon wieder zu fragen beginnt, wie das denn eigentlich enden soll. Und dann ist da die Helaba, die stets sehr hehre Mittelfristziele verfolgt, der auf kurze Sicht aber immer irgendwas dazwischenkommt, zuletzt mal wieder das Immobiliengeschäft.
Am heutigen Freitag hat als letzte aus dem Quartett nun auch die LBBW ihre Zahlen fürs erste Halbjahr vorgelegt. Und??? Nun, wenn man so will, dann ist die LBBW die große Schwester unter den Landesbanken, die, die am weitesten, am reifsten ist und deren Eskapaden am längsten zurückliegen. Weshalb es nicht wirklich überrascht, dass die Stuttgarter mit überaus soliden 708 Mio. Euro mehr oder weniger denselben H1-Gewinn abliefern wie auch schon im letzten Jahr (und den beiden Jahren davor). Was dagegen sehr wohl überrascht, das ist, wie das aktuelle Ergebnis zustande kommt. Nämlich ganz anders als die vorangegangenen.
Zehn Beobachtungen: